Die lustige Witwe

Der Operettenstaat Pontevedro ist in argen Geldnöten. Der drohende Bankrott ist nur noch durch eine Heirat der millionenschweren, pontevedrinischen Witwe Hanna Glawari mit einem Landsmann abzuwenden.

Eine Koproduktion von Theater an der Rott/ Eggenfelden und der Pramtaler Sommeroperette

mit Armin Stockerer, Anna Magdalena Auzinger, Harald Wurmsdobler, Julia Grüter, Gabriele Rösel, Martin Mairinger, Martin Kiener, Michael Zallinger, Josef Forstner, Gabriele Rösel

Orchester: sINNfonietta
Chor: Theaterchor Eggenfelden und Chor & More
Musikalische Leitung: Gerald Karl
Inszenierung: Manuela KloibmĂĽller
Ausstattung: Nina Ball
Choreographie: Elias Morales-Perez
Chorleitung: Christian Schmiedbauer


Fotos: Theater an der Rott

Selbstbewusste Millionenwitwe

Franz Lears Operette „Die lustige Witwe“ in frischer und aktueller Fassung
Passauer Neue Presse – Doris Kessler

Mutig und absolut sehenswert. Regisseurin Manuela Kloibmüller hat in ihrer Interpretation der Operette weiter gesponnen, was der Komponist einst mit der Geschichte der emanzipierten Hanna als „lustige Witwe“ erdacht hat.

„Die lustige Witwe“ auf Schloss Zell ist eine stolze Lady

Franz Lehárs Klassiker krönt das fünfjährige Jubiläum der Pramtaler Sommeroperette.
OĂ– Nachrichten – Karin SchĂĽtze

Noch nie wurde ein Würstchen auf dem Grill so hingebungsvoll und erotisch gewendet wie am Samstag auf Schloss Zell. Die Glut zwischen ihnen schwelt, waren die „Lustige Witwe“ und Graf Danilo doch einst ein Paar. Wäre nicht sie dem Vater des Adelssprosses zu minder gewesen. Jetzt, als reiche Witwe, ist das freilich anders. Die Herren umschwirren sie und ihr Erbe wie die Motten das Licht, zum Amüsement der stolzen Lady, deren Herz immer noch nur dem Einen gehört. Der wieder bangt, sie könne glauben, auch ihm gehe es nur ums Geld. Bis ein drohender Staatsbankrott und etliche Missverständnisse aus dem Weg geräumt sind, ist es ein weiter Weg, aber ein kurzweiliges Vergnügen für das Publikum in dieser Koproduktion der Pramtaler Sommeroperette mit dem Theater an der Rott, wo Franz Lehárs Werk im April zu erleben war. Manuela Kloibmüller hat mit feiner, liebevoller Hand im Dienst starker Damen inszeniert. Blicke und Gesten entlarven die wahren Gefühle im Korsett von Sitte und Moral, wenn etwa Valencienne ihrem Gemahl am Schluss die Hand zum Kuss reicht, doch zugleich ihrem jugendlichen Verehrer Camille den vielsagenderen Blick zuwirft.
Vollblutweib mit zarter Seele
Nina Balls Bühnenbild einer Schlossfassade fügt sich stimmig in den Innenhof von Schloss Zell und nutzt die kleine Bühne optimal. Wo Breite fehlt, schafft eine steile Treppe Raum. Von Ball stammen auch die teils pastellig dezenten, teils dezent schrillen Kostüme der Hautevolee. Der vom Oberösterreicher Michael Kaltseis gegründete und einstudierte chor&more ist nicht nur stimmkräftig, sondern auch spiel- und tanzfreudig (Choreografien: Elías Morales Pérez), besonders als lebenslustige, sinnliche Grisetten. Das Kammerorchester sINNfonietta unter der Leitung von Gerald Karl rollt dem passionierten Ensemble einen inspirierenden Klangteppich aus.
Gabriele Rösel gibt bühnenpräsent ein stolzes Vollblutweib mit zarter Seele, deren melancholisches Vilja-Lied zu Herzen geht. Intendant Harald Wurmsdobler ist ihr eifersüchtiger, zögerlicher Danilo. Umso inniger dürfen beider Lippen im finalen Duett ihr Schweigen brechen. Und das Geld? Es landet diesmal nicht auf seinem Konto, sondern wird selbstverständlich geteilt. Sie sind ein hinreißendes Paar, das keines sein darf: Die Linzerin Anna Magdalena Auzinger gibt feinsinnig als Valencienne eine „anständige Frau“, wäre da nicht ihr jugendlicher Verehrer Camille, den Martin Mairinger mit schwärmerischem Charme ausstattet. Armin Stockerer ist ihr honoriger, etwas blinder Gatte. Martin Kiener, Michael Zallinger und Josef Forstner bringen weiteren Schwung in die leichtfüßige Inszenierung. Eine gelungene Premiere zum fünfjährigen Jubiläum.