Manuela Kloibmüller

Der fidele Bauer

Der fidele Bauer ist eine Operette in einem Vorspiel und zwei Akten von Leo Fall. Das Libretto verfasste Victor Léon. Die Uraufführung fand am 27. Juli 1907 in Mannheim unter der Leitung von Robert Stolz statt. Das Werk gehört zur so genannten Silbernen Operettenära.

Mit KS Robert Forstner, Gerd Jaburek, Jenifer Lary, Alois Walchshofer, Harald Wurmsdobler, Ludwig Aichinger, Claus J. Frankl, Adelheid Brandstetter, Christine Ornetsmüller, Michael Zallinger, Michael Kaltseis, Franz Petrov, Alexander Hochholzer, Kinderchor

Salonorchester sINNfonietta

Musikalische Leitung – Gerald Karl
Regie – Manuela Kloibmüller
Bühnenbild und Kostüme – Isabella Reder
Dramaturgie – Claus J. Frankl

Intendanz – Harald Wurmsdobler

Kreuzfideler Bauer auf Schloss Zell

Gelungene Premiere von Leo Falls “Der fidele Bauer” bei der Pramtaler Sommeroperette
OÖ Nachrichten

Sie erinnern sich an die “Piefke-Saga” im TV der 1990er-Jahre? So ähnlich mag es den Operettenbesuchern 1907 mit Leo Falls “Der fidele Bauer” ergangen sein. Nicht nur die gemeinsame Sprache trennt die Berliner Schwiegereltern von der Oberwanger Verwandschaft beim ersten – ungeplanten – Treffen. Bräutigam Heinrich, nun angesehener Arzt, hat mit seiner Familie vom Land gebrochen. Dass diese trotzdem zur Hochzeit anreist, stürzt einiges ins rettende Chaos.
In Oberwang anno 1956
Das am Mondsee angesiedelte Werk erweist sich als gute Wahl von Intendant Harald Wurmsdobler. Vor allem in der frischen Regie von Manuela Kloibmüller, die der doppelbödigen Heiterkeit dient, geht es doch um Konflikte – zwischen Stadt und Land, Vater und Sohn. Das Ensemble mit bewährten heimischen Kräften überzeugt sowohl stimmlich als auch mit sprühender Spielfreude. Klein, aber fein, steuert das Salonorchester sINNfonietta in der Leitung von Gerald Karl den musikalischen Schwung bei.
Rückblenden führen ins Oberwang anno 1956, das Ausstatterin Isabella Reder liebevoll in nostalgischen Details auferstehen lässt. Sitztaugliche Strohballen huldigen dem Landleben. Ein Bilder-Rollo dient als Kunstgriff für die Zeitreise in die Ära von Postbus und Diashows. Doch die ländliche Idylle, in die auch die Volkschulkinder der 4. Klasse Leben bringen, trügt. Josef Forstner, einst im Landestheater-Ensemble, gibt einen kreuzfidelen Bauern, an dem der Kummer um den abwesenden Sohn nagt.
Auch Heinrich trägt sein Binkerl, wäre er doch so gerne daheim Bauer geworden. Gerd Jaburek lässt im erfolgreichen Doktor Klein-Heinerle schlummern. Letzterem leiht Patrick Pointner im Duett “Heinerle, Heinerle, hab ka Geld” seine glockenhelle Stimme. Jenifer Lary schmachtet als quirliges Annamirl für ihren Vincenz (ebenso verliebt: Harald Wurmsdobler), was aber dessen Vater gar nicht passt (Alois Walchshofer). In Wien, elf Jahre später, gibt Christine Ornetsmüller beherzt die Berlinerisch parlierende Braut, die keine Standesdünkel kennt. Adelheid Brandstetter und Claus J. Frankl spitzen ihr erlauchtes Berliner-Paar zum “Kulturschock” zu. Dass der Wettergott der Premiere gnädig war, haben sich alle so redlich verdient wie den kräftigen Beifall.

„Der fidele Bauer“ mit Rückblenden

Pramtaler Sommeroperette: Heiteres Gesellschaftsspektakel als Publikumsmagnet
Neues Volksblatt von Ingo Rick

Nach „Wiener Blut“, „Opernball“ und „Gasparone“ verbucht die Pramtaler Sommeroperette dank Intendant Harald Wurmsdobler dieses Jahr mit „Der fidele Bauer“ im Schloss Zell einen Riesenerfolg. Die Musik stammt von Leo Fall, Erfinder der nach einer wahren Geschichte zunächst im bäuerlichen Milieu im oö. Oberwang angesiedelten Operette ist Librettist Victor Léon.
Präzise Führung, spielfreudiges Ensemble
Die routinierte Regisseurin Manuela Kloibmüller hat vor allem in ihrer präzisen Personenführung die Stimmung der 70er Jahre in beiden gesellschaftlichen Welten geschickt verbunden. Es muss aber auch eine Freude sein, mit diesem spielfreudigen Ensemble zu arbeiten. Josef Forster als „Zipflhaubenbauer“ und Alois Walchshofer als einflussreicher Holzlieferant und Bürgermeister bilden ein famoses Duo scheinbarer Gegensätze. Neben ihnen brillieren zwei vielseitige Sopranistinnen: Jenifer Lary als Heinrichs Schwester und Christine Ornetsmüller als gar nicht typische Berlinerin sprühen vor Charme. Gerd Jarubek lässt in der in dieser Fassung nur schwer spielbaren Partie des Heinrich seinen strahlenden Tenor erklingen. Dass es gesellschaftliche Präferenzen auch im bäuerlichen Milieu gibt, lässt Charakterbuffo Harald Wurmsdobler spüren. Adelheid Brandstetter und Claus J. Frankl mimen gekonnt Berliner „Aristokraten“. Das Rest-Ensemble sei dankbar gelobt, v. a. die vom kleinen Heinerle (Patrick Pointner) angeführten Kinder-Darsteller.
Die hübsche Ausstattung von Isabella Reder bietet den Genuss fürs Auge, jenen für die Ohren komplettiert die unter Gerald Karl klangschön aufspielende sInnfonietta, ein erweitertes Salonorchester mit einer klangvolle Soli bietenden Konzertmeisterin. Das Publikum spendete begeisterten Applaus.